Erfahren, was Behinderung heißt

Nachdem die Schüler/-innen unserer 9. Klassen sich bereits in der vergangenen Woche bei einem Besuch im Blindenzentrum Halle mit dem Thema „Blind sein“ auseinandergesetzt hatten, stand am 28.09.2023 das Rollstuhlprojekt auf dem Programm.


Durch eigenes Erleben zu erfahren, was Behinderung heißt, ist wichtig und wertvoll, um zu begreifen, mit welchen Hürden Behinderte im alltäglichen Leben zu tun haben.

 

                 bild_rollstuhlprojekt_23_24.png


Unsere Schüler/-innen waren beiden Themen gegenüber sehr offen und interessiert. Eine Scheu, sich selbst in die Rolle eines Beeinträchtigten zu begeben, war nicht zu spüren.


Wie eine namhafte Professorin für Rehabilitationswissenschaft an der Universität Köln, Frau Prof. Fornefeld, sagte, lässt sich Inklusion nicht einfach verordnen. Sie hängt wesentlich auch von den Einstellungen, Erfahrungen und Vorurteilen ab. Es muss in den Köpfen noch viel passieren, bis wir die Andersheit von Menschen als Gleichheit erleben.

 

bild_2_rollstuhlprojekt_23_24.png

 

In diesem Sinne denke ich, wurde viel dazugelernt.

 

Meike Wollenbecker, September 2023

Rollstuhlsport macht Schule

„Nimm Platz…“


… hieß es am 30.03.2023 erstmals für die Schüler/-innen der 9. Klassen der Sekundarschule „Prof. Otto Schmeil“ in Gröbers.


Im Rahmen des Ethikunterrichts wurde mit Hilfe des Projekts „Rollstuhlsport macht Schule“ für jede/n Schüler/-in ein Sitzplatz außerhalb des Klassenzimmers ermöglicht. Neugierig und vorsichtig nahmen die Schüler/-innen der Klasse 9a im Alltagsrollstuhl Platz, um den Schulhof auf seine Rollstuhltauglichkeit zu testen. Schnell fanden sie Problemstellen und Hindernisse, die jedem/jeder Rollstuhlfahrer/-in den Alltag erschweren. Der Rollstuhl kann einschränken und zugleich ermöglicht er vielen Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander. Im Anschluss an den Alltagstest lernten die Schüler/-innen den Rollstuhl als Sportgerät kennen. In der Turnhalle wurde mit viel Spaß eine Runde Rollstuhlbasketball gespielt.


Das Projekt diente dazu, einen Perspektivwechsel für Schüler/-innen und Lehrkräfte zu ermöglichen, um zu erkennen, dass Rollstuhlfahrer/-innen genauso frei und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, sofern sie in ihrem Alltag nicht behindert werden.


Das durchweg positive Feedback hat uns gezeigt, dass wir dieses Projekt auch in nachfolgenden Schuljahren fortsetzen wollen, um losgelöst vom Unterricht die Umsicht und Toleranz der Schüler/-innen zu fördern.


Text und Fotos: E. Falkner

         rollstuhlprojekt_2023.png

 




Datenschutzerklärung